Wie gross ist der Unterschied im Erlös?
Ein Händler bietet deutlich unter dem Marktwert, weil zwischen seinem Einkauf und seinem Verkauf die ganze Spanne liegt, aus der er arbeitet. Wie gross der Abstand ist, hängt stark vom Fahrzeug ab: bei gefragten Modellen ist er kleiner, bei schwer verkäuflichen deutlich grösser.
Eine allgemeine Prozentzahl nennen wir hier bewusst nicht. Sie wäre geraten. Was Sie stattdessen tun können: Lassen Sie den Marktwert Ihres Fahrzeugs berechnen und vergleichen Sie ihn mit dem, was Ihnen eine Garage tatsächlich bietet. Die Differenz ist Ihre konkrete Zahl, nicht eine Faustregel.
Holen Sie zwei oder drei Angebote ein. Sie werden auseinanderliegen, und zwar mehr, als die meisten erwarten.
Wofür genau bezahle ich diese Differenz?
Für vier Dinge, die der Händler übernimmt: die Aufbereitung des Fahrzeugs, die gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem nächsten Käufer, die Zeit, in der das Auto auf seinem Platz steht und Kapital bindet, und das Risiko, dass ein verdeckter Mangel auftaucht.
Dazu kommt, was Sie sich sparen: Inserat schreiben, Fotos machen, Anrufe beantworten, Probefahrten begleiten, verhandeln, den Vertrag aufsetzen und das Geld absichern. Wer das zusammenzählt, kommt schnell auf mehrere Arbeitstage.
Für welche Fahrzeuge lohnt sich der Privatverkauf?
Für Fahrzeuge in gutem Zustand mit lückenloser Servicehistorie, gefragtem Modell und einem Wert, bei dem die Differenz spürbar ist. Bei einem Fahrzeug im mittleren fünfstelligen Bereich lohnt sich der Aufwand fast immer, bei einem Occasionsauto für wenige Tausend Franken selten.
Eine zweite Faustregel: Je mehr Sie belegen können, desto mehr bringt der Privatverkauf. Serviceheft, Rechnungen, eine frische Motorfahrzeugkontrolle nehmen dem privaten Käufer genau das Risiko ab, für das er sonst einen Abschlag verlangt.
Wann ist die Garage die bessere Wahl?
Wenn das Fahrzeug einen Mangel hat, wenn die Prüfung fällig ist, wenn es ein schwer verkäufliches Modell ist, oder wenn Sie es schnell loswerden müssen. In all diesen Fällen zahlt der private Käufer einen so hohen Risikoabschlag, dass der Unterschied zum Händlerangebot zusammenschmilzt.
Dasselbe gilt, wenn Sie ohnehin ein anderes Fahrzeug bei derselben Garage kaufen. Die Inzahlungnahme ist dann Teil eines Gesamtgeschäfts, und der angerechnete Betrag lässt sich schlecht isoliert vergleichen. Fragen Sie in dem Fall nach dem Preis des neuen Fahrzeugs ohne Inzahlungnahme, sonst wissen Sie nicht, was Sie wirklich bekommen.
Was ist mit Ankaufsdiensten, die online ein Angebot machen?
Sie sind der schnellste Weg und der mit dem tiefsten Erlös. Ihr Geschäft ist, in Menge einzukaufen und weiterzuverkaufen, entsprechend kalkulieren sie. Das Angebot online ist meist unverbindlich und wird bei der Besichtigung noch einmal nach unten korrigiert.
Gehen Sie zu einem solchen Termin mit einer eigenen Zahl im Kopf und nicht mit der Erwartung, das Online-Angebot zu bekommen. Wenn der Preis vor Ort deutlich fällt und die Begründung dünn ist, dürfen Sie gehen. Sie sind zu nichts verpflichtet.
Was heisst das alles für einen Händler auf der Einkaufsseite?
Dass die Fahrzeuge mit einem Mangel, einer fälligen Prüfung oder einem schwer verkäuflichen Modell dort günstig zu haben sind, wo der Privatverkäufer nicht weiterkommt. Wer Prüfung und Reparatur selbst günstiger erledigt als ein Privatkäufer, kauft genau diese Fahrzeuge unter Wert ein.
Genau dafür ist Prisradar gebaut: Es prüft jedes neue Inserat auf AutoScout24, tutti und Facebook Marketplace gegen den Marktwert und meldet, was zu günstig steht. Wie der Marktwert dabei entsteht, steht auf der Seite zur Fahrzeugbewertung.